Die Aktivist*innen Estela Hernández Jiménez vom unabhängigen Nationalen Indigenen Kongress CNI (Congreso Nacional Indígena - Mexiko) und Victorico Gálvez Pérez vom Menschenrechtszentrum Fray Bartolomé de las Casas (Frayba - Chiapas/Mexiko) berichten zu folgenden Themen:
* Widerstand sozialer Bewegungen gegen Ausbeutung, Patriarchat, Rassismus, neokoloniale Plünderung, Landraub, Vertreibung, Umweltzerstörung, Repression und kriegerische Gewalt
* Aufbau emanzipatorischer Strukturen in basisdemokratischer Selbstverwaltung und Ausbau der ökologischen Ernährungssouveränität
* Verteidigung der Menschenrechte
Die Aktivist*innen erläutern die aktuelle Situation im Kontext der Angriffe auf soziale und ökologische Aktivist*innen durch willkürliche Festnahmen, Folter, Vertreibung, gewaltsames Verschwindenlassen, Attacken auf Menschenrechtsverteidiger*innen und Morde.
Die politisch-ökonomischen Interessen dahinter drehen sich um die strategische Kontrolle von Territorien und der dort lebenden Bevölkerung sowie die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft. Verantwortlich dafür sind rücksichtslos agierende Kräfte wie regionale Machthaber, mexikanische und transnationale Unternehmen, konkurrierende Kartelle der organisierten Kriminalität sowie Staatsorgane und Militär.
Dagegen setzen unterschiedliche soziale Bewegungen - darunter viele indigene Gemeinschaften - auf zivilen Widerstand gegen Rassismus, gegen die Unterdrückung der Frauen, gegen die schweren Menschenrechtsverletzungen und Morde, gegen die Zerschlagung kommunitärer Organisierung, gegen die Aushebelung ihrer Landrechte, gegen die zerstörerischen extraktivistischen, infrastrukturellen und touristischen Großprojekte und gegen die massive Naturzerstörung sowie gegen die extreme Ausbeutung in Fabriken und der Agroindustrie.
Begegnet wird diesen sozialen und ökologischen Verwerfungen mit dem konsequenten und kontinuierlichen Aufbau unabhängiger emanzipatorischer Strukturen in Selbstverwaltung von "unten und links". Die Umwelt - auch "Madre Tierra" (dt. "Mutter Erde") genannt - wird tagtäglich verteidigt. Die autonomen Gemeinden praktizieren auf ihren Ländereien eine solidarisch-ökologische Landwirtschaft zur Sicherung ihrer Ernährungssouveränität. Nicht nur regionale und mexiko-weite, sondern auch transnationale Vernetzungsprozesse spielen dabei eine Rolle, die die unabhängigen Bewegungen bekannter machen und stärken können.
Im Anschluss des Info-Blocks stehen die mexikanischen Referent*innen für Fragen und Diskussion bereit. Die Veranstaltung wird auf deutsch übersetzt.
Veranstalter*innen:
Zwischenzeit e.V. Münster, Gruppe B.A.S.T.A. Münster, Frauen*referat vom AStA der Universität Münster, CIR - Romero Initiative, Vamos e.V. , BtE - Bildung trifft Entwicklung, Eine-Welt-Netz NRW